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Rezeptfreie Schlaftabletten: In diesen Situationen sollten Sie lieber darauf verzichten


Schlaftabletten können in bestimmten Situationen hilfreich sein, sollten aber immer nur wohldosiert und nur über einen begrenzten Zeitraum eingenommen werden. Das gilt auch für diejenigen Präparate, die für jedermann auch ohne Rezept erhältlich sind. In bestimmten Situationen sollten Sie jedoch generell auf Schlaftabletten verzichten, weil es sonst zu unangenehmen oder sogar gefährlichen Folgen kommen könnte.

Rezeptfrei heißt nicht "schwächer" oder "ungefährlich"

Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, dass rezeptfreie Schlaftabletten im Vergleich zu rezeptpflichtigen Präparaten eine schwächere Wirkung hätten und daher harmlos seien. Tatsächlich besteht der Unterschied lediglich darin, dass das Missbrauchsrisiko bei rezeptfreien Medikamenten als geringer eingeschätzt wird – nicht aber ihre Wirkung. Grundsätzlich gilt deshalb auch für rezeptfreie Schlaftabletten, dass Sie sie nur dann einnehmen sollten, wenn andere Maßnahmen zur Erleichterung des Einschlafens oder zur Verbesserung der Schlafqualität keinen Erfolg gebracht haben. Bei Schlafstörungen, die über einen längeren Zeitraum hinweg anhalten, sollten Sie auf keinen Fall versuchen, diese allein mithilfe rezeptfreier Schlaftabletten zu beheben. Suchen Sie stattdessen besser einen Arzt auf und lassen Sie von ihm abklären, ob die Schlafstörungen eventuell durch gesundheitliche Probleme verursacht sind.

Allergien und Unverträglichkeiten beachten

Auch wenn Sie gegen bestimmte Inhaltsstoffe allergisch sind oder parallel noch andere Medikamente einnehmen, mit denen es zu Wechselwirkungen kommen könnte, dürfen Sie keine rezeptfreien Schlaftabletten nehmen. Sind Sie sich in diesem Punkt nicht sicher, sollten Sie schon aus Vorsichtsgründen lieber auf die Einnahme verzichten. Unabdingbar ist es, die Informationen auf dem Beipackzettel genau zu lesen und zu berücksichtigen. Im Zweifelsfall ist es sinnvoll, auch vor der Einnahme rezeptfreier Schlafmittel einen Arzt zu konsultieren, statt auf eigene Faust verschiedene Präparate auszuprobieren. Neben Unverträglichkeiten sollte auch ein eintretender Gewöhnungseffekt Anlass sein, auf das betreffende Schlafmittel zu verzichten. Denn auch bei rezeptfreien Schlaftabletten kann es bei längerer Einnahme zu einer Gewöhnung an den Wirkstoff kommen, was dann häufig dazu führt, dass Patienten sukzessive die Dosis erhöhen und glauben, gar nicht mehr ohne Schlafmittel auskommen zu können.

Vorsicht bei Glaukomen oder Prostatavergrößerung sowie in Kombination mit Alkohol

Besondere Vorsicht ist bei Patienten geboten, die an einem Glaukom oder einer Prostatavergrößerung leiden. Sie dürfen die Wirkstoffe Diphenhydramin und Doxylamin nicht einnehmen, die jedoch beide auch in bestimmten rezeptfreien Schlafmitteln enthalten sind. Im Zusammenhang mit Alkohol sollten Sie Schlaftabletten grundsätzlich meiden, auch wenn es sich um rezeptfreie Präparate handelt. Alkohol kann die Wirkung von Schlaftabletten verzögern oder verstärken, indem er beispielsweise den Abbau bestimmter Arzneistoffe im Körper verhindert oder verlangsamt. Außerdem kann es bei Einnahme von Schlaftabletten unter Alkoholeinfluss zu Neben- und Wechselwirkungen kommen, die zum Beispiel das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigen.

Der Morgen danach ...

Vor der Einnahme von rezeptfreien Schlaftabletten sollten Sie nicht nur an die bevorstehende Nacht, sondern auch an den folgenden Morgen denken. Denn auch rezeptfreie Präparate können dazu führen, dass Sie zwar keine oder weniger Schlafstörungen haben, sich am nächsten Morgen aber dennoch müde und unausgeschlafen fühlen. Dieses als “Hangover” bezeichnete Phänomen kann individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sein und variiert auch in Abhängigkeit von den eingenommenen Präparaten. Seien Sie deshalb besonders vorsichtig, wenn Sie bestimmte rezeptfreie Schlaftabletten zum ersten Mal einnehmen und noch nicht wissen, wie Ihr Körper darauf reagiert. Generell sollten Sie die Einnahme von Schlaftabletten vermeiden, wenn Sie am folgenden Morgen selbst mit einem Fahrzeug fahren werden oder wenn Sie wissen, dass Ihre Konzentration in besonderer Weise gefordert sein wird. Vor wichtigen Meetings, Verhandlungen oder Examina ist es in jedem Fall besser, auf die Einnahme von Schlafmitteln zu verzichten, selbst wenn das Einschlafen nicht ganz leicht fallen sollte und Ihnen Gedanken an das bevorstehende Ereignis im Kopf herumgehen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Website kann keine ausführliche ganzheitlich-individuelle ärztliche Beratung ersetzen. Halten Sie bei Beschwerden die länger als zwei Wochen andauern immer Rücksprache mit Ihrem Arzt. Rezeptfreie Medikamente dienen nicht dazu rezeptpflichtige zu ersetzen.